Biografie/Pressetext

Als Songwriter und Pianist der Popband Orange Blue hat Vince Bahrdt im Jahr 2000 seinen Durchbruch mit dem von ihm komponierten und getexteten Hit „She’s Got That Light“, der sich über 400.000 mal verkauft.

Nach zwei Gold-Auszeichnungen steuert Orange Blue als erste deutsche Band den Titeltrack zu einem Disney-Film bei („Dinosaurier“). Es folgen der Titeltrack zum Hollywood-Blockbuster „America’s Sweethearts“ mit Julia Roberts, John Cusack und Catherine Zeta-Jones, zwei Europa-Tourneen und bislang 16 Alben und Singles.

Als kreativer Geist wirkt er an vielen Stellen hinter den Kulissen der Szene. So liefert er unter anderem drei von ihm komponierte, aufgenommene und co-produzierte Songs für Udo Lindenbergs triumphales Platz#1-Comeback “Stark wie zwei” – darunter “Wenn du durchhängst”, die erste Single des Albums, und das eindrucksvolle “Woddy Woddy Wodka”. Und auch auf Lindenbergs aktuellem Album „Stärker als die Zeit“ (ebenfalls Platz# 1 der Deutschen Charts) ist er mit dem Track „Muss da durch“ erneut vertreten.

Vince schreibt außerdem Songs für und zusammen mit Lotto King Karl, ist Komponist, Autor und Produzent der Hymne für den Vizemeister der Handball Bundesliga 2017
SG Flensburg-Handewitt und komponiert & produziert diverse Werbemusiken und TV-Produktionen.

In der Rolle des „Bones“ ist Vince aktuell in der Walt Disney-TV-Serie „Jake und die Nimmerland Piraten“ zu sehen – hier singt, textet und produziert er auch die deutschen Songs. Ebenfalls aus seiner Feder stammen sämtliche Songtexte der seit Februar 2017 laufenden Disney-Serie „Bizaardvark“.

2007 erscheint das Debut-Solo-Album „Mordballaden“ von Vince, 2011 folgt das zweite Werk „Tief (Mordballaden II)“. Hier finden sich u.a. Duette mit Udo Lindenberg, Ben Becker, Cosma Shiva Hagen und dem Literaten Siegfried Lenz.

Vince ist umtriebig, gefragt und immer in Arbeit. Jemand, den es schon früh morgens nicht mehr im Bett hält, wenn die erste Idee kommt, der auch sonntagabends das Finale des Spielfilms auf dem Sofa zugunsten der musikalischen Eingebung sausen lässt. Das Tonstudio ruft, Tag und Nacht. Und selbst 24/7 ist oft nicht genug: „Meine Arbeitsweise macht es sicher nicht leicht, mit mir zusammenzuleben, das ist mir bewusst. Aber ich liebe das, was ich tue. Es erfüllt mich unfaßbar.”

Begonnen hat diese Liebe schon in frühester Kindheit, krabbelnd auf dem Konzertflügel im großmütterlichen Wohnzimmer: „Es ging nicht um Musik im Allgemeinen – ich träumte davon, eben dieses Instrument spielen zu können. Gitarre zum Beispiel hat mich nie interessiert. Aber Hammerschlag auf Saite, das löst einfach etwas in mir aus.” Vince’ Wunsch wird mit Klavierunterricht erfüllt. In der Pubertät erlahmt dann das Interesse an den klassischen Übungen und Partituren, nicht aber die Lust am Klavier.
Vince macht autodidaktisch weiter, lernt, aus den althergebrachten Formen auszubrechen und seine eigenen Ideen zu vertonen. Später kommt noch das Schlagzeug als Ausdrucksmittel hinzu. Er setzt alles auf die Karte Musik, studiert Kultur- und Musikwissenschaft. Bis er das Studium schließlich kurz vor dem Zielstrich abbricht – die Wirklichkeit hat die Theorie mittlerweile überholt, er ist mit Orange Blue längst im Berufsleben angekommen. Mit Erfolg.

Doch für Vince bemisst sich Erfolg nicht allein in branchenüblichen Kennzahlen. Single-Airplay, verkaufte Alben oder Awards sind keine ausreichenden Kriterien für jemanden, der einen großen Teil seiner Persönlichkeit in seine Musik investiert. Bei nahezu allen Projekten muss sehr viel Rücksicht genommen werden, auf Marktgegebenheiten, Befindlichkeiten, Mechanismen der Branche. Wirkliche Selbstentfaltung, das geht nur solo. Und zwar völlig solo: ohne fremde Plattenfirma, Produzent oder Management. Die Konsequenz dieser Erkenntnis ist die Gründung des eigenen Labels „Murdersound”, auf dem die Alben „Mordballaden” und „Tief (Mordballaden II)” erscheinen. „Alles allein zu verantworten heißt natürlich auch, für Fehler allein gerade stehen zu müssen. Dafür gibt es aber auch niemanden, über den man sich ärgern könnte, außer einem selbst – und das ist ein großartiges Gefühl!” Vince gibt nichts aus der Hand, selbst Produktion und Schnitt der Musikvideos erfolgen in Eigenarbeit.

Neben der scheinbar allumfassenden Musik bewahrt sich Vince dennoch Platz für andere Interessen: Literatur, Film, vor allem Sport. Er kämpft sieben Jahre Judo in der zweiten Bundesliga bis schließlich die Verletzungsgefahr für die Hände den Sport auf diesem Niveau verbietet. Es bleiben Fußball, Tennis, Badminton, Tischtennis, Laufen – alles, bei dem er ordentlich ins Schwitzen kommt.
Ebenfalls geblieben ist das Lampenfieber. So stark, dass es hin und wieder zum Problem wird: „Ich bekomme bei Live-Auftritten oft einen regelrechten Tatterich. Man wird mich in einer Talkshow wohl niemals ein Glas Wasser zum Mund führen sehen, das Risiko ist einfach zu groß.” Dazu kommt die Angst vor einem Blackout auf der Bühne: „Mir ist das einmal bei „She’s got that light“ passiert, open air auf dem randvollen Hamburger Rathausmarkt: meine eigene Komposition, tausende Male gespielt – und plötzlich fiel mir der Chorus nicht mehr ein.” Mitten im Song steigt Vince auf einen Boogie um – besser etwas Überraschendes als völlig daneben. „Volkan und die Band haben geguckt wie Autos, aber immerhin hat das Publikum gejohlt.”
 Vince ist Perfektionist, aber nicht perfekt. Kein Grund, irgendetwas anders zu machen oder gar ein Blatt vor den Mund zu nehmen: „Ich habe kein Problem damit, auch mal den holprigen, unpopulären Weg zu gehen. Man sollte zu sich selbst stehen, zu seinen Fehlern, Macken, Leidenschaften.”

Mit zwei Solo-Alben im Gepäck mietet Vince kurzerhand sein Lieblingstheater in Hamburg: Das legendäre, 1841 gegründete St. Pauli Theater. Hier spielt er im restlos ausverkauften Haus seine „Mordballaden“ zum ersten mal live vor Publikum – auf der Bühne stehen neben ihm nicht weniger als 17 Musiker.

Das orchestrale Gewand – 10 Violinen und Celli – ist für Vince eine Voraussetzung für seine seltenen Solo-Auftritte: „In Streichern verliere ich mich, tauche restlos in die Songs ein. Das passierte mir zum ersten mal 2001 bei einer Probe für Orange Blue, die ich alleine mit allen Streichern inklusive sämtlichen Ersatz-Musikern auf einer Bühne durchführte: acht Leute standen um mich und den Flügel herum und als ich losspielte und die Bögen gleichzeitig die Saiten berührten, da hatte ich das Gefühl, abzuheben. Das war der Wahnsinn.” Vince schreibt übrigens alle Partituren selbst.

Am 03. November 2017 veröffentlicht er nun auf seinem Label ‚Murdersound Records‘ dieses außergewöhnliche Konzert, das er in dem wunderschönen Theater mitten auf der Reeperbahn gab.

Die Streicher werden übrigens geleitet von Boris Bachmann, einem der besten Freunde von Vince, der, ebenso wie viele andere im St. Pauli Theater mitwirkende Streicher, seit über 20 Jahren im NDR Elbphilharmonie Orchester (ehem. NDR Sinfonie Orchester) tätig ist und seitdem mit einer Vielzahl weltbekannter Musiker und Dirigenten die Welt bereist. „Was für ein Privileg, mit solch fantastischen Musikern auf der Bühne stehen zu dürfen. Ich kann ohne Übertreibung sagen: ‚Mordballaden Live St.Pauli‘ ist der Live-Mitschnitt einer der glücklichsten Momente meines Lebens. Was da mit mir passiert ist, was plötzlich alles in mir vorging, damit hatte ich einfach nicht gerechnet.”

Für 2018 arbeitet Vince längst an seinem dritten Solo-Album, singt, textet und produziert die Musik für die mittlerweile vierte Staffel der Disney-TV-Serie „Jake und die Nimmerland Piraten“, ein Lounge-Album für die renommierte Edel-Rösterei „Elbgold“ ist gerade fertig produziert und auch mit Orange Blue wird 2018 (endlich!) der nächste Longplayer das Licht der Welt erblicken.